Austausch über Barrierefreiheit: Gäste aus Malatya zu Besuch im Kompetenzzentrum
Am Montag, den 27.7. besuchte eine Delegation aus der türkischen Stadt Malatya das Kompetenzzentrum für ein barrierefreies Hamburg. Die Gruppe aus 12 Personen bestand aus jungen Menschen zwischen 18 und 21 Jahren mit unterschiedlichen Behinderungen – zum Beispiel Rollstuhlfahrer*innen, hör- und sehbehinderte Menschen. Begleitet wurden sie von persönlichen Assistenzpersonen sowie Fachkräften aus der Behörde für Jugend und Sport der Stadt Malatya.

Auf der Suche nach guten Beispielen für Barrierefreiheit
Malatya ist weiterhin stark betroffen von den Erdbeben, die 2023 in der Türkei und Syrien verheerende Schäden anrichteten. Im Rahmen eines Erasmus+ DiscoverEU-Projekts reiste die Gruppe mit der Bahn aus der Türkei zu verschiedenen europäischen Städten (neben Hamburg zum Beispiel auch nach Malmö), um sich dort best practise-Beispiele anzuschauen. Diese sollen als Inspiration für den Wiederaufbau von Malatya als barrierefreiere und inklusive Stadt dienen.
Wie Barrierefreiheit in Hamburg gestaltet wird
Unsere Kolleginnen Lisa Kolbinger, Rebecca Schulz und Cornelia Zolghadri begrüßten die Gruppe zusammen mit Franziska Pohl aus der Sozialbehörde im Haus für Barrierefreiheit. Nach einer Kennenlernrunde erläuterten sie die Struktur des Kompetenzzentrums, vor allem die Finanzierung und unsere Beratungsbereiche. Dabei betonten sie, dass das Kompetenzzentrum aus der Selbsthilfe hervorgegangen ist. Sie sprachen darüber, wie wichtig es ist, sich regelmäßig mit allen wichtigen Akteur*innen in der Stadt auszutauschen, damit Barrierefreiheit gelingen kann. Die Gäste aus der Türkei stellten viele Fragen zur Umsetzung von Barrierefreiheit in Hamburg und berichteten über ihre persönlichen Eindrücke von der Stadt. Dabei hatten sie viele Behinderungsarten im Blick und hatten zum Beispiel großes Interesse an Lösungen, die sich an den Bedarfen von Menschen mit kognitiven Bedarfen ausrichten.
Anschließend führten unsere Kolleginnen die Besucher*innen durch die Hilfsmittelausstellung von Barrierefrei Leben. Die Delegation war sehr interessiert und beeindruckt, vor allem von den Rampen und Alltagshilfen. Es gab viele Fragen dazu, wer in Deutschland die Kosten für Hilfsmittel übernimmt und welche Produkte und Hersteller es gibt.
Voneinander lernen und Austausch stärken
„Wir hatten, trotz kleiner Verständigungshürden, einen tollen Austausch! Durch den Blickwinkel der türkischen Gäste eröffnen sich auch für uns neue Perspektiven“, berichtet Lisa Kolbinger. So seien zum Beispiel „Silent spaces“, also bewusst reizarm gestaltete Räume an öffentlichen Orten wie Bahnhöfen oder Flughäfen in der Türkei bereits sehr üblich. Der Dialog mit der Gruppe aus Malatya soll auch nach dem Besuch aufrecht erhalten werden.
Redaktion: Anna Dobert